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25.06.2002 - Basler Zeitung

Landschaft gegen Windkraft im Südschwarzwald

Der Vorstand des Vereins «Naturpark Südschwarzwald» hat sich in einem Neun-Punkte-Papier dafür ausgesprochen, die markanten Höhenrücken des Schwarzwaldes von Windkraftanlagen frei zu halten. Ein Energieexperte hält diese Position indes für unverantwortlich.
Der Bau von Windkraftanlagen im Schwarzwald ist ein heisses politisches Eisen. Nichts fürchtet der Verein Naturpark Südschwarzwald so sehr, wie die so genannte «Verspargelung der Landschaft».
Auch in Zukunft wird es auf den markanten Gipfeln des Schwarzwaldes, auf dem Feldberg, dem Belchen oder dem Schauinsland, keine Windrotoren geben.
So zumindest will es der Vorstand des Naturparks Südschwarzwald. In einem Papier, das in Freiburg der Presse vorgestellt wurde, legt der Vorstand des Vereins in neun Punkten seine Position gegenüber dem Bau von Windkraftanlagen im Südschwarzwald dar. Oberste Priorität für den Vorstand des Naturparks hat die charakteristische Landschaft, und diese gelte es zu erhalten. Wie Landrat Jochen Glaeser (Breisgau-Hochschwarzwald) betonte, stehen 96 Prozent der Fläche unter Schutz. Ausserdem würden Touristen anders als am Meer im Schwarzwald die unverbaute Natur schätzen. Die Vorstandsmitglieder sind sich einig in der Einschätzung, dass Windkraftanlagen die einzigartige Ästhetik der Landschaft zerstören würden. Sie fordern in ihrem Thesenpapier eine Konzentration der Anlagen sowie eine grossräumige Planung.
Der Waldshuter Landrat und erster Vorsitzender des Vereins, Bernhard Wütz, unterstrich, dass regenerative Energien genutzt werden müssten und dass gerade im Hochrheingebiet die Wasserkraft ein enormes Potenzial biete. Windkraft hingegen solle im Schwarzwald nur an bereits vorbelasteten Flächen dazu zählen Gebiete mit Hochspannungsleitungen oder Liften gebaut werden. Ausnahme bleibt der Feldberg, dessen «Natürlichkeit» trotz Sendeturm, Wetterstation, Hotel- und Liftanlagen Touristen anzieht.
Das Positionspapier traf bei den Befürwortern der Windenergie auf wenig Begeisterung. So hatte der Verein im Vorfeld seiner Arbeiten den Energieexperten Josef Pesch, Vorsitzender des Bundesverbandes WindEnergie Baden-Württemberg, angehört, ihn dann aber von der weiteren Diskussion ausgeschlossen. Dieser reagierte nun seinerseits mit einer Presseerklärung, in der er das, was der Vereinsvorstand als «Kompromiss» ansieht, als «engergiepolitischen Offenbarungseid» bezeichnet. Der Experte hält den Vereinsstandpunkt für unverantwortlich.
Rechtliche Konsequenzen für den Neubau einer Windkraftanlage hat der Neun-Punkte-Katalog nicht direkt. Da jedoch im Vorstand des Naturparks Vertreter der Landratsämter als genehmigende Behörden sitzen und vom Naturpark eine Stellungnahme einzuholen ist, dürften es die Windkraft-Befürworter schwer haben.
Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Landrat Bernhard Wütz ist fest davon überzeugt: «Das wird es noch eine lebhafte Diskussion geben.»
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