Die Offshore-Windparks kommen der Küste näher. Während die ostfriesischen Inseln mit dem ersten genehmigten Windpark Borkum-West wenig Probleme haben, weil die Anlagen von den Inseln aus nicht zu sehen sind, gibt es Planungen, die ihnen mehr Sorgen machen: An drei Stellen vor der ostfriesischen Halbinsel sind Projekte geplant, die kein Mensch an den Badestränden der ostfriesischen Inseln übersehen kann.
Es handelt sich dabei um Windparks in der Zwölf-Seemeilen-Zone. Damit ist nicht mehr das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg zuständig, sondern die Bezirksregierung. Die Oldenburger Behörde hat es mit Windpark-Anträgen an drei sensiblen Stellen zu tun:
15 Kilometer nordwestlich von Borkum plant die Firma Enova aus Bunderhee einen Windpark mit 27 Anlagen. Zwischen Enova und der Stadt Borkum laufen Verhandlungen. Dabei geht es darum, wie die Borkumer über einen Bürgerwindpark oder eine Betreibergesellschaft auf der Insel beteiligt werden können.
Die Firmen Plambeck und Innovent wollen zehn Kilometer vor Langeoog zwei Windparks errichten. Sie wären auch von Spiekeroog und Baltrum aus deutlich zu sehen.
Im Gebiet Nordergründe östlich von Wangerooge planen die Unternehmen Energiekontor und Plambeck Windparks.
Diese in der Zwölf-Seemeilen-Zone geplanten Windparks sind allesamt deutlich kleiner als die Großprojekte in der sich anschließenden ausschließlichen Wirtschaftszone. Der Windpark Borkum West beispielsweise soll insgesamt aus über 200 Anlagen der 4,5-Megawatt-Klasse bestehen. Die Windparks vor den ostfriesischen Inseln würden zwar um ein Vielfaches kleiner sein. Aber auch sie würden aus Windenergieanlagen der neuen Klasse mit einer Höhe von 130 Metern und Rotoren mit einem Durchmesser von über 100 Metern bestehen.
Diese Projekte haben einen großen Vorteil: Sie können mit weniger Aufwand als weit draußen auf See in flacherem Wasser verwirklicht werden. Wenn die Verhandlungen mit der Insel Borkum erfolgreich sind, kann es daher durchaus sein, dass Enova schon im nächsten Jahr mit den Arbeiten beginnt.
Im Fall Langeoog wird es kaum das Einverständnis der Inseln geben. Für diesen Fall deutete ein Sprecher der Bezirksregierung an: Bei einer klaren Ablehnung können wir uns vorstellen, dass es nicht zum Bau der Windparks kommt.