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14.08.2002 - Echo-online

Klares Nein zu Wind-Giganten

Öko-Energie : Gemeindeparlament lehnt drei Voranfragen zu Errichtung der Anlagen ab
UNTER-MOSSAU. Mossautal dürfte nichts unversucht lassen, sich gegen den Bau von Windkraftanlagen in den Gemarkungen Unter-Mossau und Roßbach zur Wehr zu setzen. Einen weiteren Schritt in diese Richtung hat das Gemeindeparlament am Montag vollzogen: Einstimmig lehnten die Kommunalpolitiker die Bauvoranfragen zur Errichtung der Anlagen ab. Bürgermeister Willi Keil ging noch einmal ausführlich auf die Problematik ein. Wie berichtet (Wieder Wirbel um Windkraft, Echo vom 1. August), sollen nach den Vorstellungen einer Meißener Firma sechs Anlagen mit einer Gesamthöhe von bis zu 150 Metern entstehen, drei davon auf der Mossauer Höhe entlang der Hohen Straße Richtung Ober-Mossau, drei weitere an der Kreisstraße 51 nahe dem Parkplatz Tränkfeldeiche.
Nachdem ein vom Odenwaldkreis für alle Städte und Gemeinden in Auftrag gegebenes Raumgutachten kreisweit insgesamt fünf Standorte als potenziell geeignet eingestuft hatte, liegt seit kurzem das Ergebnis einer ergänzenden Studie zur Auswirkung auf die Vogelwelt vor. Danach reduziert sich die Zahl der Vorrangflächen auf drei: In den Gemarkungen Lützelbach und Michelstadt sowie eine Fläche bei Kirchbrombach (Bericht im Echo vom 3. August, Studie lässt nur noch drei Standorte zu).
Die Ergebnisse sollen nun in den gemeindeübergreifenden Flächennutzungsplan einfließen: Dieser befindet sich im Aufstellungsverfahren, so Keil, bis zu dessen Rechtswirksamkeit gilt der alte Status. Jetzt liegen die Anträge vor, sagte Keil. Dass es für den Bau der Giganten drei verschiedene Antragsteller für jeweils zwei Kraftwerke gibt, bezeichnete der Bürgermeister als vordergründige Absicht, das Ganze auf Kreisebene zu verlagern ab drei Anlagen ist das Regierungspräsidium zuständig. Das wäre nur der Anfang der Probeballon, der hier losgelassen wird, so die Befürchtung des Bürgermeisters. Die Anträge sollten mit Hinweis auf das bestehende Raumgutachten und mit Blick auf die Beteiligung am Flächennutzungsplan abgelehnt werden, schloss der Verwaltungschef seine Ausführungen und rannte damit offene Türen ein.
Teils vehement wurde die Unverträglichkeit mit dem Landschaftsschutz angeprangert. ÜWG-Vorsitzender Karl Dieter Götz sprach von Raubbau an der Natur von Gewinnsucht und Profitgier unter dem Deckmantel der Umweltfreundlichkeit. Ökologisch gesehen ist das eine Null-Nummer für uns, so Götz. Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Werner Schiller zählte Beeinträchtigungen der Umwelt auf, die den Mossautaler und erholungssuchenden Bürgern nicht zugemutet werden könnten. Zwar stehe die Fraktion der umweltfreundlichen Energiegewinnung grundsätzlich positiv gegenüber, doch nach Abwägung aller Argumente lehnen wir ab. Und Heinz Bechtold (CDU) wollte das klare Nein darin bekräftigt sehen, dass die ablehnende Haltung der Gemeindevertretung explizit in den Beschluss aufgenommen wird.
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