|
20.11.2002 - Wilfried Heck

Allein der Verzicht auf Standby-Schaltungen würde 14 Millionen Tonnen CO2 oder zwei Großkraftwerke einsparen

"Allein der Verzicht auf Standby-Schaltungen würde 14 Millionen Tonnen CO2 oder zwei Großkraftwerke einsparen. 75 Euro hätte jeder deutsche Haushalt mehr zur Verfügung", zitiert die Energieagentur NRW auf ihrer Webseite den Bundesumweltminister Jürgen Trittin. Ein solcher Allgemeinhinweis ist nicht hilfreich. Kann man auf jede Standby-Schaltung verzichten? Eine differenzierte Auflistung, wo und unter welchen Umständen verzichtbare Standby-Schaltungen eingesetzt werden, würde ernsthaften Energiesparern weiterhelfen. Es macht z.B. keinen Sinn, auf das älteste und am weitest verbreitete Standby-Gerät, den Klingeltransformator, zu verzichten. Das nur nebenbei. Wesentlicher dürfte doch sein, daß im Netz eine ständig ansteigende Zahl von Solar- und Windstromanlagen (100.000 ... 1.000.000?) hinzukommen soll, welche, wenn sie mangels Sonne oder Wind selbst keinen Strom produzieren, in den Standby-Betrieb schalten.
Windkraftanlagen sind in Deutschland im Mittel bei 16% - 20% und Solarstromanlagen bei ca. 9% der Jahresstunden im Vollastbetrieb. Die meiste Zeit herrscht "Standby-Pause", d.h., bis zur Wiedereinsschaltung beziehen sie Strom. Da die Anlagen z.T. auch relativ groß sind, haben sie im Vergleich zu Haushaltsgeräten auch einen entsprechend höheren Standby-Verbrauch. So kompensiert sich des Ministers Weisheit bezüglich der Einsparung von zwei Großkraftwerken wieder auf Null.
|