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23.10.2003 - Die Welt

Proteststurm gegen Windräder - Mehr als 200 Bürgerinitiativen kämpfen allein im Flautenland NRW

von Helmut Breuer

Düsseldorf - Dass Lärm lebensgefährlich sein kann, war zumindest den Chinesen schon immer selbstverständlich. Bereits 3000 Jahre vor Christus dekretierte ein Polizeiminister namens Ming-Ti folgendes Gesetz: "Wer den Höchsten schmäht, der soll nicht gehängt werden, sondern Flötenspieler, Trommler und Lärmmacher sollen ihm ohne Pause so lange vorspielen, bis er tot zu Boden sinkt. Denn das ist der qualvollste Tod, den ein Mensch erleiden kann."

Für die stürmisch wachsende Zahl der Bürgerinitiativen gegen Windräder in Nordrhein-Westfalen ist diese alte Weisheit der Chinesen nur ein schwacher Trost. Denn obwohl sie seit Jahren gegen den entnervenden, Schlaf raubenden Lärm der gigantischen Rotoren kämpfen und über den blendenden Schlagschattenwurf der sich auf dem Land ausbreitenden Windmühlen klagen, blieb ihr Protest lange ohne Wirkung. Doch der jetzt in Berlin entfachte Konflikt über den Sinn und Unsinn der Windkraft und die von Superminister Wolfgang Clement (SPD) bezogene Gegenposition zur Lobby der Windmüller kann nach Meinung von Heike Selhorst "endlich den Sieg der Vernunft bringen".

Die Hausfrau und Mutter aus Ascheberg bei Münster ist Koordinatorin der allein im Münsterland um Verständnis werbenden 30 Bürgerinitiativen gegen die Windkraft. Im recht windstillen Binnenland Nordrhein-Westfalens kämpfen inzwischen bereits über 200 Initiativen nicht nur gegen den "Lärmterror" und den nervenden "Diskoeffekt", sondern auch gegen den gleichermaßen "ökologischen wie ökonomischen Unsinn" einer Energiegewinnung, deren Kosten-Nutzen-Rechnung "entlarvend" ist, wie Heike Selhorst mit Clement-Zitaten eifrig belegen kann.

Sie beschreibt nicht nur jedem Gesprächspartner anschaulich den "nächtlichen Lärmterror" der vielen "Plops", wenn in windigen Nächten die Flügel der Rotoren am Mast vorbeischlagen und die dadurch am Schlaf gehinderten Anlieger der Windmühlen unwillkürlich auf den nächsten "Plop" warten. "Das nervt genauso wie der tropfende Wasserhahn", klagt Heike Selhorst. Dann prangert sie die Rot-Grünen in Düsseldorf an, die bisher keinen Mindestabstand zwischen Wohnhäusern und Windrädern vorschreiben und es deswegen zulassen, dass die "Monsterflügel", die sogar die 157 Meter hohen Kölner Domtürme überragen, in einem Abstand von weniger als 300 Metern von den Menschen entfernt - vor allem im Münsterland, in Ostwestfalen, am Niederrhein und in der Eifel - rotieren dürfen. Selhorst nennt es einen "zynischen Spagat zwischen Ökologie und Ideologie", dass die Grünen dagegen durchgesetzt haben, dass der Mindestabstand zwischen Windrädern und den Biotopen aussterbender Tierarten 500 Meter betragen muss. Für Gerhard Papke sind die Windräder im Flautenland Nordrhein-Westfalen schon lange "der größte Ökoschwindel der deutschen Nachkriegsgeschichte". Als der promovierte Wirtschaftsexperte der FDP-Landtagsfraktion im Jahr 2000 seinen Kampf gegen die Windmühlen begann, galt er noch als zum Scheitern verurteilter Don Quijote. Heute ist der Abgeordnete für die wachsende Zahl der Windkraftgegner der gefeierte Schutzpatron, der fast jede Woche durchs Land reist und gegen die "volkswirtschaftlich verheerende und ökologisch unsinnige Windindustrie" wettert. Inzwischen sind auch die CDU und neuerdings zumindest der Clement-Flügel bei den Sozialdemokraten auf deutliche Distanz zu der alternativen Energiegewinnung gegangen, die durch Umweltminister Jürgen Trittin und die Grünen immer noch leidenschaftlich verteidigt wird.

Dabei produzieren die bereits Ende 2002 in NRW errichteten 1600 Windkraftanlagen lediglich 1,2 Prozent des Strombedarfs im größten Bundesland und sparen praktisch kaum Kohlendioxid ein, weil bei der häufigen Windstille Kohlekraftwerke anspringen müssen, um die Energieversorgung aufrechtzuerhalten. Durch den Einsatz von Windkraft wurde in Deutschland bis heute kein einziges kommerzielles Kraftwerk abgeschaltet. Trotzdem wird die Landschaft weiter "verspargelt", weil durch massive Subventionszahlungen die Investoren von Windparks reich belohnt werden. Inzwischen werden nach Angaben der Bundesregierung Windmühlen nicht nur durch steuerlich lukrative Abschreibungen und zinsgünstige Kredite gefördert. Vor allem der garantierte Abnahmepreis, den die Energieunternehmer den Windmüllern zahlen müssen, wird in diesem Jahr mehr als zwei Milliarden Euro betragen. Belastet werden dadurch nicht nur die Steuerzahler, sondern alle Bürger, auch wirtschaftlich schwache Stromverbraucher.

Wie sehr der "Irrsinn" der Windkraft inzwischen ausgeufert ist, macht Papke mit einem Blick in das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) klar. Danach fördert das EEG die Errichtung von Windindustrieparks an besonders windstillen Standorten wie eben im Münsterland besonders üppig.

Artikel erschienen am 2. Sep 2003

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