Der Technologiekonzern ABB baut das höchste Windkraftwerk der Welt auf dem Gütsch ob Andermatt wieder ab. Das Werk lief nie zur Zufriedenheit des Betreibers EWU. Ein anderes Unternehmen soll eine neue Anlage bauen. Über die Modalitäten des Rückbaus wurde Stillschweigen vereinbart. Dies bestätigten ABB-Sprecherin Melanie Nyfeler und Markus Russi, Betriebsleiter des Elektrizitätswerks Urseren (EWU). ABB ziehe sich damit auch vom Plan zurück, schlüsselfertige Windkraftwerke hinzustellen, sagte Nyfeler. Komponenten wie etwa Stromrichter für Windanlagen stelle das Unternehmen aber weiterhin her.
ABB hatte die Windturbinenanlage der 800-Kilowatt-Klasse auf dem Gütsch (2300 Meter über Meer) im Sommer 2002 als Generalunternehmerin erstellt. Sie hätte eigentlich 1,2 bis 1,5 Millionen Kilowattstunden Strom liefern sollen. Die Turbine wurde von einem niederländischen Unternehmen geliefert, das im Herbst in Konkurs ging, erklärte EWU-Betriebsleiter Russi. So sei die Ersatzteillieferung nicht mehr sichergestellt. Die Anlage auf dem Gütsch besteht aus einem zweiteiligen, 40 Meter hohen Mast und einem dreiteiligen Rotor mit Flügeln von je 25 Meter Länge. An diesen Propellerblättern traten Risse auf, die im Dezember 2003 repariert wurden - ohne grossen Erfolg. Aus Sicherheitsgründen stellte das EWU die Anlage im Januar 2004 nach neuen Rissen ab.
Neue Anlage noch in diesem Jahr
Das Werk verhandelt nun mit einem Unternehmen, das eine neue 800-Kilowatt-Anlage auf dem Gütsch erstellen soll. Laut Russi stehen bereits 4000 Anlagen dieses Unternehmens weltweit. Die neue Anlage wird speziell auf turbulente Winde ausgerichtet sein. Sie wird auch mit einer Heizung versehen sein. Die Kosten sollen sich in dem von der KWU-Besitzerin, der Korporation Urseren, vorgegebenen Kreditrahmen von 2,1 Mio. Franken halten.