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25.01.2005 - Die Welt

Ende des Windkraft-Booms

2004 wurden 1200 Anlagen errichtet - 23 Prozent weniger als 2003
Berlin - Deutschland hat seine Weltmarktführerschaft in der Windenergie im vergangenen Jahr noch einmal verteidigt: In keinem anderen Land der Welt wurden 2004 so viele Anlagen aufgestellt, sagte Jens Peter Molly, Geschäftsführer des Deutschen Windenergie-Instituts (Dewi) in Berlin. Insgesamt wurden 1201 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 2037 Megawatt neu errichtet. Das sind allerdings 23 Prozent weniger als im Jahr zuvor und fast 50 Prozent weniger als im bisherigen Spitzenjahr 2002. Auch für 2005 erwartet das Institut einen weiteren Rückgang auf 1700 Megawatt neuinstallierte Leistung.
Den Rückgang habe man erwartet, sagte Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbandes Windenergie: "Wenn man bedenkt, daß die Branche 2004 mit starken administrativen Hemmnissen zu kämpfen hatte, können wir hoch zufrieden sein." Weil die Branche rund 60 Prozent ihres Umsatzes im Ausland erwirtschafte, habe sie ihren Umsatz bei etwa drei Mrd. Euro stabil halten können.
Insgesamt stünden in Deutschland nun 16 543 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 16 629 Megawatt. Theoretisch könnten damit 5,87 Prozent des deutschen Strombedarfs gedeckt werden, sagte Dewi-Geschäftsführer Molly.
Die spanische Windkraftbranche sei der deutschen hart auf den Fersen, sagte Norbert Giese, Vorstand des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA Power Systems). Dort seien Anlagen mit einer Leistung von 1800 Megawatt neu errichtet worden. Pro Kopf der Bevölkerung sei in Spanien bereits mehr Windkraft installiert als in Deutschland. Neben Großbritannien, Dänemark und Irland hole auch Indien stark auf: "Seit Jahren steht Indien auf der Liste der wichtigsten Abnehmer von Windkrafttechnik stabil auf Platz fünf", sagte Giese.
Die Einspeisevergütung, mit der die Verbraucher den Ausbau der Windkraft in Deutschland finanzieren, sei seit Anfang 2004 dreimal abgesenkt worden, sagte Giese. Sie sei Anfang 2004 um 0,1 Cent auf 8,8 Cent pro Kilowattstunde gefallen. Ab dem 1. August 2004 sei die Vergütung erneut um 0,1 Cent auf 8,7 Cent und ab Januar 2005 auf 8,53 Cent pro Kilowattstunde zurückgegangen.
Giese kritisierte, daß der Bau von Windkraftparks im Meer (Offshore) noch nicht recht in Gang komme. Anders als in Großbritannien, Irland oder Dänemark gebe es in Deutschland noch keine einzige Offshore-Anlage. Zwar seien acht Projekte genehmigt worden, doch gebe es Verzögerungen bei der Genehmigung der Stromtrassen durchs Wattenmeer. Die Bundesregierung hoffe zwar, daß 2006 mehr als 200 Anlagen mit einer Leistung von 500 Megawatt in Nord- und Ostsee stünden. Bislang spreche allerdings mehr für die erste Inbetriebnahme 2007.
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