|
25.02.2005 - Die Welt

Der Ausbau der Windenergie ist sehr teuer und bringt wenig

Studie der Bundesregierung: Windkraft ist teuerste Art des Klimaschutzes - Stromverband: "Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen"
Berlin - Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) gerät beim geplanten Ausbau der Windenergie in Erklärungsnot. Nach einer Studie der Deutschen Energieagentur (Dena) ist Windkraft im Kampf gegen den Klimawandel ein vergleichsweise ineffizientes Mittel. Laut Studie müssen zwischen 41 und 77 Euro in Windkraft investiert werden, um rechnerisch den Ausstoß von einer Tonne Kohlendioxid zu vermeiden. Andere Klimaschutzmaßnahmen, etwa Programme zur Kraftwerkserneuerung oder Gebäudesanierung, würden den gleichen Umweltschutzeffekt für einen Bruchteil dieser Kosten erzielen. "Die Kosten für die CO2-Vermeidung durch Windenergie liegen deutlich über den aktuellen Kosten des Klimaschutzes", kritisierte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Klaus Lippold.
Auch aus Sicht des Verbandes der Stromnetzbetreiber (VRE) "stehen die milliardenschweren Kosten der Windenergie in keinem Verhältnis zum erzielbaren Nutzen, und sie beeinträchtigen die Versorgungssicherheit". Die Dena hatte im Auftrag der Bundesregierung die Bedingungen für einen Ökostromanteil von 20 Prozent im Jahre 2015 ermittelt. Demnach werden private Haushalte im Schnitt Mehrkosten von 16 Euro pro Jahr tragen müssen. Die Integration der Windkraftanlagen in das Stromnetz sei technisch "machbar", erfordere aber Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro, so die Studie. Durch die Installation von Windkraftanlagen mit insgesamt 37 000 Megawatt könnten 2015 aber nur etwa drei herkömmliche Kraftwerke mit insgesamt 2300 Megawatt wirklich ersetzt werden, heißt es in der Studie weiter. Nach den Plänen Trittins sollen dafür allein in Nord- und Ostsee zwischen 5000 und 8000 Windkraftanlagen errichtet werden.
|