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16.03.2006 - Neue Zürcher Zeitung

Ungeeignete Windenergie

SCHWEIZ - Ungeeignete Windenergie
Die Argumente der Leserbriefschreiber Ulf Bossel, Bernard Gutknecht und Markus Portmann ("Windenergie ist eine Chance", NZZ 27. 2. 06) - sämtlich am Ausbau der Windenergie aus wirtschaftlichen Gründen interessiert - sind in Deutschland schon lange nicht mehr aktuell. Nach dem Bau von mehr als 17 000 Windrädern in Deutschland geht deshalb noch lange kein Kraftwerksblock vom Netz - im Gegenteil! Bei noch grösserem Ausbau der Windenergie werden zusätzliche Kraftwerke nötig sein, die die enormen Netzschwankungen durch Windstrom ausgleichen müssen.
Von Nachhaltigkeit durch Windenergie kann keine Rede sein, da in der Schweiz - ähnlich wie in Süddeutschland - nur zu 17% des Jahres ein ausreichendes Windpotenzial für eine Volllast für Windräder gegeben ist. Folglich müssen alle Kraftwerke permanent Strom liefern, ob sich nun die Windräder drehen oder nicht. Und das nennt sich dann Umweltschutz und Ressourcenschonung!
Man kann sich über Ästhetik natürlich streiten und die Frage stellen, ob ein Windpark von 300 Windgiganten sich harmonisch in die Landschaft einfügt oder nicht. In der Schweiz - einem Ferienland par excellence - muss man sich aber darüber im Klaren sein: Ein Tourist mag Windräder zu Hause hinnehmen - an seinem Ferienort nie!Wer sich ein Bild von der "Schönheit der Windparks" machen will, dem empfehle ich Ausflüge nach Deutschland, z. B. in den Hunsrück, den Westerwald oder die Eifel, nach Sachsen-Anhalt, nach Westfalen oder in die Uckermark! Besonders rate ich allen, sich dort mit der Bevölkerung über Windenergie zu unterhalten.
Ferdinand Fürst zu Hohenlohe-Bartenstein
Bundesverband Landschaftsschutz (BLS) Deutschland
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