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18.11.2006 - Echo Online

Deutliches Nein zu Windkraftanlagen

DEUTSCHLAND - Gemeindevertretung: Mehrheit für Gleichstellung regenerativer Energiequellen
BRENSBACH. Mit einer Gegenstimme sprach sich die Brensbacher Gemeindevertretung dagegen aus, dass die Landesregierung im Regionalplan Südhessen die Bevorzugung von Windenergieanlagen anstrebt. Auch die CDU-Fraktion, die sich im Bauausschuss noch der Stimme enthalten hatte, trug den SPD-Antrag nun mit. Anstatt die Windkraft zu bevorzugen, wollen sich die Kommunalpolitiker dafür einsetzen, dass sämtliche regenerativen Energiequellen einander gleichgestellt werden. Um die lokale Wirtschaft im Odenwald zu fördern, soll das regionale Biomasse-Potenzial verstärkt genutzt werden.
Mit diesem Beschluss wollen wir dem Kreisausschuss des Odenwaldkreises den Rücken dabei stärken, seine Ziele in die Regionalplanung einfließen zu lassen, begründete Maria Triesethau diesen Antrag, den sie für die SPD-Fraktion als Vorsitzende eingebracht hatte.
Diesem Antrag war bei einer Klausurtagung eine intensive Diskussion vorausgegangen. Triesethau: Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Zahlen, Daten, Fakten als Grundlage für die Entscheidung der SPD-Fraktion hatte ihr Umweltexperte Rainer Müller (Nieder-Kainsbach) aufbereitet. Im Odenwald als gemäßigte Zone gibt es zu wenig und zu schwachen Wind, hatten seine Recherchen ergeben.Die volle Rentabilität einer Windenergieanlage, so Müller, sei erst bei einer Windgeschwindigkeit von zwölf Meter pro Sekunde und einer Volllaststundenzahl ab 2300 pro Jahr gegeben. Die vorherrschende Windgeschwindigkeit im Odenwald aber liegt deutlich unter sieben Meter pro Sekunde und die erreichbare Jahresstundenzahl bei Volllast bei maximal 1500. Müller: Eine rechnerische Rentabilität wird erst durch eine massive Subventionierung erreicht. Als Beispiel dafür nannte Müller das Energieeinspeisegesetz, das die Stromkonzerne zur Abnahme des durch Windenergieanlagen produzierten Stroms verpflichtet und den Erzeugern bis zu 6,1 Cent pro Kilowattstunde beschert. Zu den Subventionen kommen außerdem zinsvergünstigte Bau-Darlehen und steuerliche Vergünstigungen wie erhöhte Abschreibungen oder Verlustzuweisungen hinzu: Ein Instrumentarium, das die hohen Gestellungskosten von bis 15 Cent pro Kilowattstunde für Windenergieanlagen künstlich verbilligt. Windenergieanlagen im Odenwald sind demnach abzulehnen, weil sie dort nicht rentabel arbeiten können, das Landschaftsbild stören, keine Arbeitsplätze schaffen und den Tourismus beeinträchtigen. Einzig die Sozialdemokratin Sigrid Völker trug den Antrag ihrer Fraktion nicht mit. Ich halte Windenergieanlagen im Odenwald für akzeptabel, weil sie sauber und sanft arbeiten und unerschöpflich billigen Strom produzieren. Die Ästhetik des Anblicks einer Windenergieanlage sei Geschmackssache. Völker: An den Anblick von 180 000 Strom- oder Sendemasten haben wir uns längst gewöhnt. Der Bedarf an regenerativer Energie wachse derart schnell, da können wir uns den Luxus einer Auswahl nicht leisten.
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