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14.11.2006 - Berner Zeitung

Windenergie-Park auf Schwyberg geplant

SCHWYBERG - Die Voraussetzungen, um auf dem Schwyberg einen Windenergie-Park zu realisieren, sind gut, sofern sich die Windstärkemessungen bestätigen. Da es für den Kanton eine Premiere ist, werden Diskussionen geführt.
Am 31. August 2006 hat das Bundesgericht in einem Einsprachefall im Crêt-Meuron-Tal (Neuenburg) zu Gunsten des Windparks entschieden. Das höchste Schweizer Gericht hielt damals fest, dass Windenergie von grossem öffentlichem Interesse sei und ein unverzichtbarer Bestandteil einer nachhaltigen Energieversorgung.
Unter den bevorzugten Standorten in der Schweiz ist auch der Schwyberg. Bereits das Bundesamt für Landestopographie hat zu einem früheren Zeitpunkt Messungen auf dem Schwyberg vorgenommen. Diese ergaben eine Windgeschwindigkeit von durchschnittlich etwa 4,5 Metern pro Sekunde. Dies reicht aus, um eine Energieerzeugungsanlage zu betreiben. Um aber auf Nummer sicher zu gehen, bevor eine Millioneninvestition getätigt wird, sollen diese Werte überprüft werden. Die Planung des Projekts liegt bei Wega Energiemanagement in Kloten.
Vorgesehen ist bereits, dass in nächster Zeit das Baugesuch für eine vorübergehende Messstation öffentlich aufgelegt wird. Diese mobile Anlage in Form einer Art von Antenne soll ein Jahr lang in Betrieb sein, um Daten in den vier Jahreszeiten zu sammeln. Sollten diese die Erwartungen erfüllen, wird die Realisierung des Windparks intensiv in Planung gehen.
Dieser soll voraussichtlich aus acht bis zehn Energieerzeugungsanlagen bestehen. Die bis zu 85 Meter hohen Stationen mit je drei Rotoren mit einer Blattlänge von 24 bis 41 Metern (je nach Typ) sollen an verschiedenen Plätzen auf dem Grat des Schwybergs gebaut werden. Die genauen Standorte sind noch Gegenstand von Abklärungen beziehungsweise Verhandlungen mit den Landeigentümern.
Strom für 10 000 Haushalte
Wie bei anderen Windparks würden die acht bis zehn Rotorenmasten mit einem soliden, im Boden versenkten Fundament versehen. Sie würden von der Firma Enercon geliefert, die seit 20 Jahren Anlagen und Antriebssysteme dieser Art entwickelt. Auf dem Schwyberg stehen die Typen E82 und E48 zur Diskussion. Eine E82 liefert pro Jahr 4,48 Millionen, eine E48 rund 1,5 Millionen Kilowattstunden. Wenn rund acht Anlagen in Betrieb sind, wäre der Energiebedarf von etwa 10 000 Haushalten mit vier Personen abgedeckt.
Damit ein solches Projekt realisiert werden kann, müssen neben der vorhandenen Windkraft verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Zum einen muss die Einspeisung gewährleistet sein. Diese stellt beim Schwyberg kein Problem dar, da bereits Stromleitungen bestehen. Wer den zukünftigen Windpark betreibt, ist noch nicht klar. Voraussichtlich wird eine neue Betreibergesellschaft gegründet.
Was meint Bevölkerung?
Die dritte, nicht unwichtige Voraussetzung ist die Akzeptanz der Gemeinden, der Grundeigentümer sowie der Bevölkerung. Immerhin wären die Masten auf dem Schwyberg von weitem sichtbar. Die Gemeinderäte von Plaffeien und Plasselb stehen dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüber, wie die Ammänner Otto Lötscher und Hervé Brügger bestätigten.
Beide Gemeinden arbeiten bei diesem Projekt zusammen. «Wir sind noch keine Verpflichtungen eingegangen. Es wurde noch kein Vertrag unterzeichnet», betont Otto Lötscher. Man hoffe, dass sowohl für die Gemeinden wie auch für die betroffenen Grundeigentümer finanziell etwas herausschaue. Die Region werde profitieren können.
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