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20.11.2006 - Berner Zeitung

Touristik und Wirtschaft

SCHWYBERG - Verläuft alles nach Plan, könnten bis Mitte 2008 auf Gross Schwyberg die ersten Rotorenmasten für die Gewinnung von Windenergie stehen. Am Infoabend wurden Details zum Windpark-Projekt bekannt.
Die Gewinnung von Windenergie ist in der Schweiz trotz vieler Vorteile noch sehr ausbaufähig, wie Robert Horbaty, Geschäftsführer der Vereinigung zur Förderung der Windenergie, am Informationsabend vor rund 80 Interessierten erklärte. Auch der Lärm hält sich in Grenzen, der Pegel liegt ab 300 Metern Entfernung unter 40 Dezibel (Lautstärke eines Gesprächs) und wird durch die Geräusche des Windes noch gedämpft. Zudem müssen Mindestabstände (50 Meter zu einem Wald, 300 Meter zu einem zeitweise bewohnten Gebäude) eingehalten werden.
Erste Ausbauphase
Auf dem Schwyberg gibt es zehn mögliche Standorte für Rotorenmasten für die Windenergie-Gewinnung: auf dem Gross Schwyberg, auf Schatters Schwyberg sowie auf dem Hohi Schwyberg auf dem Gebiet der Gemeinden Plasselb und Plaffeien und in Besitz der Berggenossenschaft Schwyberg, des Staates und einer Privatperson.
In einer ersten Ausbauphase sollen auf dem Gross Schwyberg drei Masten von 85 Metern Höhe, einem Rotorendurchmesser von 82 Metern und einer Generatorleistung von 2000 Kilowatt erstellt werden. Die produzierte Energie kann durch eine bestehende Ringleitung des Groupe E eingespeist werden. Deshalb hat dieser Standort Vorrang.
Zweite Ausbauphase
Bei den anderen beiden Standorten müsste die Ringleitung verstärkt werden, diese Ausbauphase wird deshalb frühestens 2009/2010 aktuell. Beim Standort Schatters Schwyberg gibt es eine weitere Komponente: Sollten die geplante Bahn auf den Schwyberg und der Wiederaufbau des Bergrestaurants realisiert werden, fällt der vierte Mast wegen Mindestabständen weg. Peter Siffert, Landbesitzer und Promotor des Bahnprojekts, bekräftigte am Anlass in Plasselb, dass die Bahn ab April 2007 laufen werde.
Der Energieertrag hängt nicht zuletzt von der Höhe der Rotorenmasten ab. Deshalb sollen die Resultate der Windmessungen abgewartet werden.
An der provisorischen Messstation wird die Windstärke auf vier verschiedenen Höhen gemessen. Sie soll je nach Schneelage im März oder April 2007 installiert und für ein Jahr betrieben werden. Schätzungen gehen davon aus, dass eine 85-Meter-Station einen Jahresenergie-Ertrag von 4 Millionen Kilowattstunden bringt, also ergäbe sich ein Ertrag von 40 Millionen Kilowattstunden jährlich, wenn alle zehn Anlagen realisiert würden. Das wäre genug Energie für durchschnittlich 11 000 Haushalte à vier Personen.
Mit der Windenergie könnte man vergleichsweise 13,8 Millionen Liter Erdöl einsparen und den CO2-Ausstoss um 28 000 Tonnen verringern. Der Vertreter von Enercon, welche die Anlagen herstellt, führte an, dass bis zur Realisierung des Projekts vielleicht neue Entwicklungen vorhanden sind.
Finanzierung unklar
Otto Lötscher, Ammann von Plaffeien, betonte aber, dass die Gemeinden nicht als Investoren auftreten möchten, immerhin ein Interesse daran hätten, eingebunden zu werden, um Fremdbestimmung zu verhindern.
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