DEUTSCHLAND - Mossautal/Neckar-Odenwald-Kreis. Im Gebiet des Geopark Bergstraße-Odenwald sollen keine weiteren Windenergieanlagen errichtet werden. Dies hat die Mitgliederversammlung im Mossautal auf Vorschlag des Vorsitzenden des Unesco-Geoparks Bergstraße-Odenwald, Landrat Matthias Wilkes, mit der Verabschiedung der Windkraft-Resolution beschlossen. In bestimmten Gebieten wie dem Unesco-Geopark hat die Sicherung naturnaher, erdgeschichtlich und kulturhistorisch bedeutsamer Landschaften Vorrang, erklärte der Vorsitzende. Durch Windenergieanlagen würden die gebietseigenen Funktionen und Werte zerstört werden. Die Region des Geoparks Bergstraße-Odenwald wurde auf Grund der besonderen naturräumlichen und kulturgeschichtlichen Situation von der Unesco als Welt-Geopark ausgezeichnet. Und diese außergewöhnlich hohe Auszeichnung verpflichte, das naturräumliche und kulturelle Erbe zu bewahren, den Tourismus in dieser Region zu fördern und den Bau sowie den Betrieb von Windenergieanlagen abzulehnen, ergänzte Wilkes seine Ausführungen. Die Resolution soll, so Landrat Matthias Wilkes, die geplanten neuen Vorrangflächen für Windkraftanlagen, insbesondere im Odenwald, aber auch im Ried, die im nächsten Regionalplan für Südhessen vorgesehen sind, verhindern helfen.
So wurde die Resolution mit großer Mehrheit der etwa siebzig anwesenden Bürgermeister und weiterer Mitglieder des Geoparks verabschiedet. In einem Jahresrückblick informierten Geschäftsführer Reinhard Diehl sowie der Vorsitzende Wilkes über die umfangreichen Aktivitäten des Natur- und Geoparks sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Innerhalb kürzester Zeit ist in der Geoparkregion ein umfangreiches Netzwerk von Eingangstoren und Informationszentren entstanden, die den Besucher über Kultur- und Erdgeschichte informieren.
Ergänzt werden diese Zentren mit Geopfaden und Geopunkten in der Landschaft, die spezielle Themen aufgreifen und diese anschaulich darstellen. So wurde rund um Reichelsheim ein Bergbaulehrpfad errichtet, in Mühltal ein Mühlenweg oder in Mossautal ein Drachenweg. Doch zu dieser Infrastruktur kommen 45 ausgebildete Ranger, welche die Gäste betreuen und Schulklassen, Firmen und private Gruppen zu den Besonderheiten im Geopark führen.