DEUTSCHLAND - Regionalplan-Entwurf weist Fläche am Hofgut Georgenthal aus / Gemeinde vermutet Irrtum.
HOHENSTEIN Die im Entwurf des Regionalplans Südhessen vorgesehenen Standorte für Windkraftanlagen stoßen allenthalben auf Widerstand.
Nachdem schon die Gemeinde Heidenrod die geplanten Flächen in ihrer Gemarkung abgelehnt hat (wir berichteten), weist nun auch Hohenstein die Pläne des Regierungspräsidiums zurück. In der Stellungnahme zum Regionalplan, die die Gemeindevertretung jüngst einstimmig verabschiedet hat, wird die Streichung der Flächen gefordert.
Die Planer in Darmstadt haben nämlich im neuen Entwurf just jene Fläche an der Eisenstraße zwischen Breithardt und Strinz-Margarethä wieder eingezeichnet, die vor drei Jahren per Abweichungsverfahren aus dem alten Plan gestrichen worden war. Zudem müsse, so heißt es in der Stellungnahme, zunächst der Ausgang der verschiedenen Gerichtsverfahren abgewartet werden, die wegen der dort geplanten Anlagen anhängig seien.
Von einem Irrtum des Regierungspräsidiums geht man man in der Hohensteiner Verwaltung im Fall der zweiten Fläche aus: Die liegt nämlich zwischen Steckenroth und Hambach, im Talzug direkt neben dem Hofgut Georgenthal und in Teilen direkt auf dem Weltkulturerbe Limes. Dies stehe nicht nur den Planungen der Gemeinde entgegen, sondern auch den Zielen des von der Landesregierung beschlossenen Limesentwicklungsplanes entgegen. Die Hohensteiner machen außerdem auf den mit Zuschüssen des Landes durchgeführten Silek-Prozess aufmerksam. In dessen Rahmen seien für beide genannten Flächen touristische Nutzungen entwickelt worden, die durch die Aufstellung von Windkraftanlagen "in nicht hinnehmbaren Maße konterkariert" würden.
Das Regierungspräsidium solle bei ihren Festlegungen die im Flächennutzungsplan ausgewiesene Windenergie-Fläche bei Hennethal berücksichtigen, wird in der Stellungnahme gefordert.
Die sei nach sorgfältigen Voruntersuchungen und in Absprache mit der Nachbarkommune ausgewählt und mit einem Ausschlusskriterium für das übrige Gemeindegebiet versehen worden.
Die Kritik aus Hohenstein beschränkt sich nicht nur auf die Windenergieflächen. Auch die Siedlungserweiterungsflächen, die im Entwurf auf acht Hektar für den Zeitraum 2002 bis 2020 begrenzt sind. Das bedeutet, dass die in den letzten Jahren schon entwickelten Siedlungsflächen davon abgezogen werden.
"Für die nächsten 13 Jahre verbleiben damit 60 Bauplätze", rechnet die Gemeinde den Planern vor; mache bei sieben Ortsteilen neun Bauplätze pro Dorf. Auch, damit der Gemeinde bei ihren Planungen ausreichend Spielraum bleibe, müsse die Siedlungserweiterungsfläche auf elf Hektar erweitert werden.