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Revue de presse suisse


10.11.2007 - Basler Zeitung

Vertragen sich Windkraft und Landschaftsschutz?

SCHWEIZ - Am Grimsel entsteht ein Megawindpark › Vertreter des Landschaftsschutzes und der Windenergie nehmen Stellung

BERNARD GUTKNECHT
Der Wert einer Landschaft ist nicht messbar, nur beurteilbar: individuell nach subjektiven Kriterien, kollektiv aufgrund von demokratischen Regeln und Gesetzen. Messbar ist aber der Wert einer Windenergieanlage, in Millionen Kilowattstunden Ökostrom (kWh) › frei von CO2 produziert, ohne kommenden Generationen strahlende Abfälle zu hinterlassen. Und sollten künftig andere Energietechnologien effizienter sein, können Windturbinen restlos rückgebaut werden.

2006 generierten Schweizer Windturbinen 15,2 Millionen kWh Strom. Europaweit erreichte die Windstromproduktion 100 Milliarden kWh, nahezu das Doppelte des schweizerischen Strombedarfs. Seit dem Jahr 2000 hat sich die installierte Leistung hierzulande mehr als vervierfacht, auf vergleichsweise tiefem Niveau. In Österreich etwa ist sie 80-mal höher. Sorgt sich unser Nachbarland einen Deut um seine Landschaft? Ist die Alpenrepublik von Windturbinen verunstaltet und liegt das Tourismusgewerbe am Boden? Mitnichten.

Windturbinen verleihen der unsichtbaren Energieform Elektrizität ein Gesicht, machen sie sinnlich wahrnehmbar. Die Anlagen faszinieren durch Eleganz und Technik; allein der Windpark Mont-Crosin im Berner Jura zählt jährlich fast 50 000 Besucher. Oft in wirtschaftlichen Randregionen gelegen, tragen Windenergieanlagen durch Bau und Unterhalt sowie mittels Tourismuseffekten zur lokalen Wertschöpfung bei.

Zweifellos beeinflussen Windenergieanlagen das Landschaftsbild. Die Windbranche nimmt Landschaftsanliegen ernst. Der Bau einer Turbine wird gewissenhaft geplant und durchläuft eine Bewilligungsprozedur, die ihresgleichen sucht. Suisse Eole, die Vereinigung zur Förderung der Windenergie in der Schweiz, hat in Zusammenarbeit mit Bundesämtern, mit kantonalen Raumplanungs- und Landschaftsexperten sowie mit den mitgliederstarken Umweltorganisationen WWF und Pro Natura Kriterien für die Standortwahl ausgearbeitet: Das Konzept nennt Ausschlusszonen wie Naturschutzgebiete oder Wälder und hält Mindestabstände zu Siedlungen fest. Für die nächsten Jahre rechnet die Windbranche mit einem massvollen Zubau: Bis 2012 dürfte die Inland-Produktion auf gut 100 Millionen kWh anwachsen.

Wie erwähnt ist Landschaft beurteilbar, am besten durch eine von allen Anspruchsgruppen akzeptierte Instanz wie das Bundesgericht: Die Lausanner Richter kommen in einem wegweisenden Urteil zum Schluss, Landschaftsschutz dürfe nicht über die nachhaltige Energiegewinnung gestellt werden und sehen ein starkes öffentliches Interesse an der Nutzung der Windenergie.

Über die Schönheit einer Landschaft zu streiten, bringt nichts. Sinn und Zweck der Windenergie sind nicht auf dem Nebenschauplatz Landschaft zu diskutieren, sondern auf der Hauptbühne einer künftigen Energieversorgung bei knappen Ressourcen und manifestem Klimawandel. Die neusten Prognosen der Internationalen Energie-Agentur zum globalen Energiehunger, die zunehmenden CO2-Mengen und die damit verbundene globale Erwärmung zeigen, dass sich die Zukunft unseres Planeten nicht an der Frage entscheidet, ob sich Windturbinen und Landschaft vertragen. Sicher aber wird die Windenergie einen relevanten Beitrag an die Stromversorgung unseres Landes leisten müssen › und sie wird dies auch können.
Die Windenergie wird einen Beitrag zur Versorgung unseres Landes mit Strom leisten müssen und können.

Bernard Gutknecht (50) ist Kommunikationsbeauftragter von Suisse Eole, der Vereinigung zur Förderung der Windenergie in der Schweiz, mit Sitz in Bubendorf (BL).

RAIMUND RODEWALD
Die Kraft des Windes zu nutzen, erscheint uns seit der Antike als Urgebot. Wer kann allen Ernstes dagegen sein? Und doch hat die sich rasant entwickelnde Windkrafttechnologie mit Anlagen von über 180 Metern Höhe (Nabenhöhe plus halber Rotordurchmesser) eine bedeutende Achillesferse: die Landschaftsbelastung. Ästhetisch fallen dabei nicht nur die gigantische Grösse und Exposition des Turbinenturms ins Gewicht, sondern auch die Drehbewegung des Rotors, welche eine optische Unruhe bewirkt und den Erholungswert der Landschaft beeinträchtigt.

Derzeit fehlt es an klaren Vorgaben des Bundes: Das Konzept Windenergie Schweiz sieht zwar mögliche Standorte für künftige Windparks vor, aber verbindlich ist es in keiner Weise. Vielmehr stehen wir heute vor einem Windkraftboom und die Projekte und Ideen für Windparks werden jeden Tag mehr. Es droht mangels Planung ein Wildwuchs. Kantonale Schutzgebiete und auch Bundesinventarobjekte sind nicht mehr tabu.

Die SwissWinds GmbH sieht 21 Turbinen von 130 Metern Höhe › das entspricht der 11/3-fachen Höhe des Messeturms › auf dem Grimselpass vor, obwohl der Standort in unmittelbarer Nähe nationaler Schutzgebiete von Kantons- und Bundesstellen als heikel eingestuft wurde. Windparks sollen auch auf dem Nufenen, Simplon, Furka, Sanetsch und Grossen St. Bernhard entstehen.

Gerade die verkehrsgeplagten Passlandschaften erfuhren in den letzten Jahren eine touristische Wiederbelebung. Beleg hierfür sind die historischen Passwege und Hospize, die restauriert wurden. Der Konflikt mit dem Tourismus ist vorprogrammiert, denn deutsche Studien zeigen, dass die anfängliche Faszination der Turbinen mit der Zahl der Anlagen stark zurückgeht. Wenn überall an den Horizonten drehende Rotoren auftauchen, so sehnt man sich wieder nach einem ruhigen Landschaftsbild zurück.
Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz schlägt seit Längerem vor, die Windkraftanlagen, für die es bei uns nur ein bescheidenes Potenzial gibt, mit einer nationalen Planung auf wenige Standorte (fünf bis zehn) zu beschränken, die sich auch von der Landschaft her am besten eignen. Dies umso mehr, als die Einspeisevergütung eine Art Bundessubvention darstellt und eine gesetzliche Pflicht zur sorgfältigen Standortwahl besteht.

Ausschlussgebiete für Windparks sollten neben nationalen und kantonalen Schutzgebieten insbesondere die erste und exponierteste Jurakette, hochalpine Lagen (oberhalb von rund 2000 Metern) und touristisch bedeutende Landschaften und Erholungsgebiete sein. Da sich die Turbinentürme › aufgrund der gigantischen Dimension › gar nicht in das Landschaftsbild einpassen können, sollten zumindest die zentralen schweizerischen Landschaftspanoramen untangiert bleiben.

Der von gewissen Leuten geäusserte Traum von Hunderten von Grosswindkraftanlagen in der Schweiz wäre ein Alptraum für die Landschaft. Hingegen könnten Windturbinen durchaus in den bereits intensiv genutzten und stark bewindeten grossen Flusstälern (Rhone- und Rheintal) erstellt werden, wie zum Beispiel in Collonges im Wallis. Als Ausgleich für die Mehrbelastung der nicht erneuerbaren Ressource Landschaft ist der Rückbau der Richtstrahlantennen (zum Beispiel des Chasseralturms) vorzunehmen.

Der Traum von Hunderten von Grosswindkraftanlagen wäre ein Albtraum für die Landschaft.

Raimund Rodewald (48) ist promovierter Biologe und Geschäftsleiter der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz. > www.sl-fp.chk

STÜRMISCH
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Seit der Bund die Windkraft als erneuerbare Energie subventioniert, bommt die Branche. Dutzende von Anlagen sind in den Alpen und im Jura in Planung, und sie werden immer grösser. Die bis jetzt grösste soll auf dem 2165 Meter hohen Grimsel zu stehen kommen, 21 Windräder mit einer Höhe von 130 Metern (inklusive Rad). Mit Sorge wird die stürmische Entwicklun von Seiten des Landschaftsschutzes verfolgt. Raimund Rodewald, Geschäftsleiter der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, fordert ein Verbot für Anlagen in Höhen von über 2000 Metern und andere Einschränkungen.

Bernard Gutknecht von Suisse Eole, der Vereinigung zur Förderung der Windenergie, hat dafür kein Verständnis. Er betrachtet den Landschaftsschutz als Nebenschauplatz in der Energiediskussion.

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