LOBBY - Bemerkung erfassen Rudolf Rechsteiner hat als Politiker eine gute Reputation. Sein Beitrag für die Politik der Schweiz und der Region Basel kann mit gutem Gewissen als ausserordentlich bezeichnet werden. Sein Engagement für Menschen und Natur kann als Gesamtkunstwerk nur bewundert werden.
Um so mehr verwundert seine zwielichtige Rolle in der Energiepolitik. Der Sozialdemokrat Rudolf Rechsteiner ist ein Kernkraftgegner der ersten Stunde. Die Wurzeln seiner Abneigung liegen im Kampf gegen das Kernkraftwerk Kaiseraugst. Wie viele seiner Glaubensgenossen schöpft er seine Energiepolitik aus der Zeit dieser aus damaliger Sicht sinnvollen Opposition gegen das Energie Establishment.
Aus dem Raum Basel kommen noch heute wichtige Figuren der Politbühne und der Energielobby für Windkraft und erneuerbare Energie: Doris Stump, Beat Jans, Robert Horbaty, Reto Rigassi, um nur einige zu nennen. Das Besondere an Rudolf Rechsteiner und der gesamten Basler Energielobby ist, dass sie heute an vorderster Front mit äusserst liberalen Wirtschaftskräften zusammenarbeiten. Dieser neuen Energielobby der erneuerbaren Energie gehören sie selber an. Alle positivistischen und meistens unlogischen Argumente zu Gunsten der erneuerbaren Energie kommen diesen Opportunisten und ihrem eigenen finanziellen Vorteilen zu gute. Unter dem Deckmantel des Klima- und Naturschutzes spielen sie ein falsches Spiel mit attraktiven und fantasievollen Lösungen, die einer desinteressierten Mehrheit immer noch als sinnvolle Lösung der Energiefrage erscheinen.
Der gemeinsame Nenner ist grundsätzlich die dogmatische Aversion gegen Kernkraft. Geht es um die Windkraftnutzung in Europa und der Schweiz, kann Rudolf Rechsteiner und seine Kollegen von der NWA seitenweise Abhandlungen über die Vorteile dieser Wunderwaffe gegen den drohenden Klimakollaps und die Stromlücke schreiben. Die einseitige Dokumentation aus der Feder von Rechsteiner und seiner Genossen wird durch eine simple Konstruktion geführt: Kernkraft hat NUR Nachteile, Windkraft hat NUR Vorteile.
Die Kritiker der Energielobby mutieren zum eigenen Feindbild
Die vormals gehasste Kernkraftlobby, die gegen jede Vernunft Kernkraftwerke in Ballungszentren hat bauen wollen, hat die Rollen mit den ursprünglichen Gegnern getauscht. Die heutige Energielobby macht genau das Gleiche mit Windrädern: Gegen den Willen der betroffenen Bevölkerung und gegen jede Vernunft möchten sie die gesamte Landschaft der Schweiz mit Windparks verstellen. Rudolf Rechsteiner zuvorderst dabei!
Die Vorzeichen sind ungleich anders: Atomkraftwerke wurden als grossräumige Gefahr erkannt die Rekrutierung der Opposion war in der ganzen Region einfach. Windräder gelten dagegen immer noch als grün und werden zweitens wenn überhaupt nur in der unmittelbaren Nachbarschaft als Gefahr wahrgenommen. Die Basis der Opposition ist zwangsläufig immer die Nachbarschaft zu Windkraftwerken. Ein nicht zu unterschätzender Nachteil, werden die Kritiker von Windkraft doch schnell in den NIMBY - Topf geworfen, der die Anwohner von drohenden Windparks als egoistische Hinterwäldler definieren soll.
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Christof Merkli on 11. Februar 2010