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Revue de presse suisse


13.04.2012 - az Aargauer Zeitung

Warum der Pro Natura-Chef gegen Windkraftwerke ist

PRO NATURA - Geschäftsführer Johannes Jenny von Pro Natura Aargau nimmt im Interview Stellung zur geplanten Energiewende und warum er gegen Windkraftwerke ist.

Mit dem Atomausstieg braucht es alternative Energien, warum sind Sie gegen Windkraftwerke?
Johannes Jenny: Weil Windkraftwerke die Landschaft belasten und für den Bau viele Ressourcen benötigen. Die Windkraft enthält deshalb viel graue Energie und tötet Raubvögel. Auch für Fledermäuse stellt sie eine grosse Gefahr dar. Zudem ist die Schweiz kein Windland, sondern eher ein Sonnenland.

Aber Sie bekämpfen auch Sonnenstrom aus der Photovoltaik?
Nein, wir bekämpfen ihn nicht. Doch der Strom ist ein extremes Saisongemüse, wenn man das so sagen kann. Man muss ihn verbrauchen, wenn er produziert wird. Bei grossflächig schönem Wetter muss Deutschland Solarstrom vernichten, der vorher sehr teuer produziert und eingekauft wurde. Solarstrom ist schon recht, aber im Winter, bei Nebel und Kälte, bringt er nichts.

Bei der Wasserkraft sind die grossen Flüsse alle schon gestaut, die neuen Wirbelkraftwerke sind aus Ihrer Sicht auch nicht das Gelbe vom Ei. Warum?
Auch beim Bau der grossen Kraftwerke gingen immense Naturwerte verloren, aber das gibt wenigstens viel Strom. Die Kleinen produzieren einfach zu wenig im Vergleich zum grossen Eingriff. Wenn ein Biber in den Wasserwirbel kommt, ist er nachher mit Sicherheit tot, sagt mir der Biber-Experte.

Woher soll der Strom denn kommen für die immer mehr Einwohner im Land?
Wir müssen den Stromverbrauch neu erfinden. Heute ist das System, historisch bedingt, dumm. Im Keller ist ein schwarzes Kästchen, das technisch und optisch aus der Zeit der versenkbaren Nähmaschinen stammt, also wirklich völlig veraltet ist. Dort gehört ein kleiner Computer hin, der den aktuellen Strompreis verrechnet.

Sie plädieren für höhere Preise?
Bei der Februarkälte ging der Preis auf 40 Rappen je Kilowattstunde (kWh), wir aber haben ohne Netzkosten weiterhin nur 6 Rappen bezahlt. Wenn man etwas ganz Rares viel zu billig verkauft, muss man sich nicht wundern, wenn es zu wenig hat.

Die Schweiz hat 40 Prozent Atomstrom, ist er mit modernen Zählern und Marktpreisen zu ersetzen?
Die Pumpen, welche das Heizwasser durch unsere Radiatoren jagen, sind um ein Mehrfaches überdimensioniert. Überflüssige Pumpen fressen die Produktion von Mühleberg. Und das ist nur eine Massnahme. Unser Stromverbrauch ist auf konstant tiefe Preise ausgelegt. Erst wenn er im richtigen Moment teurer wird, beginnt die Effizienz. Die Wärmepumpen holen zwei Drittel der Energie aus der Umwelt, ein Drittel ist Strom. Würde man sie vor der Morgenspitze einschalten, könnte man das Grimselprojekt sparen. Dies verschiebt den Energieverbrauch ohne Komforteinbusse.

Haben Sie weitere Vorschläge für die Energiewende?
Voraussetzung für eine bessere Energiezukunft ist der Marktstrom bis zur Steckdose. Solange wir die Schlüsselenergie in grossem Masse vergeuden, wird sich nichts ändern.

Dann spielt es auch keine Rolle, ob der Strom in der Schweiz oder in Europa produziert wird?
Wir haben kein Stromversorgungsproblem, aber ein Problem zur Abdeckung der Spitzen. Mit einer Verlagerung aus dem Überfluss in diese Zeiten könnte es sogar knapp ohne Kernkraftwerke reichen.

Die Axpo plant grosse Gaskraftwerke, sicher kein Wunschszenario für echte Umweltschützer?
Als ich das las, dachte ich, wenn man mich schon in die Wüste schicken will, kann ich ja Axpo-CEO Heinz Karrer gleich mitnehmen und dazu auch Giovanni Leonardi. Der frühere Alpiq-Chef versteht etwas von

Stromversorgung. Dann machen wir gemeinsam eine Weiterbildung...
... und finden so die Lösung?
(Lacht laut) Nein, aber wenn wir auf dem bisherigen Weg weiterwursteln, geht es nicht. Die heutigen alternativen Energien machen nur dann Strom, wenn es Sonne oder Wind hat und wenn das Bächlein Wasser bringt. Wir aber brauchen Bandenergie und die Versorgung zu Spitzenzeiten. Dazu sind sie nicht geeignet, das funktioniert einzig mit Geothermie, aber das braucht noch Zeit. Ich hoffe, dass wir dereinst den Zuwachs so decken können.

Als oberster Naturschützer machen Sie sich keine Freunde, wenn Sie Wind- und Solarstrom bekämpfen!
Es ist ein Religionskrieg um die Energien ausgebrochen. Dazu gehören auch Ketzer, welche die schlechte Nachricht überbringen müssen. Wir können unsere Stromversorgung nicht mit dem heutigen System und den alten Tarifen oder mit Wind und Sonne lösen. Solange wir so viel Strom verschwenden, bin ich nicht bereit, den Heitersberg oder frei fliessende Bächlein zu opfern.

Gibt es bei Pro Natura viel Protest und Austritte, wenn Sie Klartext reden und sich damit exponieren?
Es gibt immer Austritte, wenn man sich für etwas einsetzt. Das war auch beim Steinbruch in Auenstein so, aber das ist ein normaler Vorgang. Schon bei der Initiative zur Abschaffung der Hasenjagd hat es Austritte gegeben. Aber es sind auch sehr viele Leute neu dazu gekommen, die Verständnis für unsere Politik haben. Wir müssen sagen, was Sache ist.

Was glauben Sie, gelingt der Ausstieg oder bauen wir in 20 Jahren wieder neue Atomkraftwerke?
Wenn wir das alte System der Tarifierung behalten, werden zuerst Gaskraftwerke gebaut und in 20 Jahren wieder Kernkraftwerke – falls es dann noch Uran gibt. Daran führt kein Weg vorbei. Die einzige Lösung heisst Minderverbrauch, am Anfang ist das noch ohne Komforteinbusse möglich.

Publié le 5 04 2012 dans az Aargauer Zeitung

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