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Revue de presse suisse


21.11.2012 - Aargauer Zeitung

«Der Windpark auf den Jurahöhen ist ein rücksichtsloses Projekt»

AARGAU - Die Situation erinnert an den Kampf gegen Windmühlen. Bloss sind es heute Windräder. Der Verein Pro Burg in Wölflinswil wehrt sich vehement gegen die Realisierung eines Windparks auf den Jurahöhen.

Der Verein Pro Burg mit Sitz in Wölflinswil zählt aktuell 291 Mitglieder und will den Bau und Betrieb des Windparks auf dem Hügelzug Burg, im Grenzgebiet der Kantone Aargau und Solothurn, verhindern. Die Beweggründe, welche aus Sicht des Vereins gegen dieses Vorhaben sprechen, an dem die solothurnische Nachbargemeinde Kienberg beteiligt ist, sind in einem umfangreichen Argumentarium zusammengefasst und an der jüngsten Mitgliederversammlung im Wölflinswiler «Ochsen» vorgestellt worden.

«Grosser Schaden an Umwelt»

Der Verein Pro Burg setzt sich mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die geplanten fünf Winderäder ein, von denen eines auf Gemeindegebiet von Oberhof (Aargau) zu stehen kommen soll und weist darauf hin: «Das Projekt ist rücksichtslos mit bis zu 197 Metern Höhe und 115 Metern Breite pro Windanlage. Diese Dimensionen sind masslos und ohne jeglichen Respekt vor der Jura-Landschaft. Der intakte Landschaftsraum ist und bleibt die beste Referenz für eine massvolle Entwicklung unserer Jura-Wohndörfer. Die Wohn- und Lebensqualität im Benkental wird mit diesem massiven Eingriff direkt auf der Jura-Krete und weithin sichtbar schwer beeinträchtigt. Ein Stück von intakter und unberührter Natur geht verloren. Für die Liegenschaften in den Dörfern (Distanz, Sichtbereich) ist mit einem Minderwert zu rechnen. Die Anlage ist in einem geologisch äusserst heiklen Karstgebiet geplant und beeinträchtigt die Trinkwasser-Schutzzone der Burg-Quellen. Sie produziert Lärm, Schall, Schattenwurf und stört das Wandergebiet, den Erholungsraum, Wild und Vogelpopulation sehr stark. Sie belastet ferner Flora und Fauna in weitem Umkreis schwer.»

«Der grosse Schaden, der an Landschaft und Mensch sowie allenfalls an der Tier- und Pflanzenwelt bei einer Anlage in diesen Dimensionen angerichtet würde, kann niemals durch den verhältnismässig kleinen Ertrag der Stromproduktion ersetzt werden. Wir zeigen Alternativen zur Windkraftnutzung in der Produktion von erneuerbarer Energie auf und informieren die Bevölkerung über die anstehenden Probleme in diesem Zusammenhang.» Pro Burg fördert alle Bestrebungen zur höchstmöglichen Effizienzsteigerung in der gesamten Energienutzung.

«Nullsummenspiel für beteiligte Gemeinden»

Der ehemalige Wölflinswiler Gemeindeschreiber und CVP-Nationalrat Peter Bircher, Aktuar im Verein Pro Burg, geht noch einen Schritt weiter: «Für die beteiligten Gemeinden Kienberg und Oberhof handelt es sich beim Projekt um ein Nullsummenspiel. Das heisst, auf der einen Seite fliessen ein paar Franken in die Gemeindekassen, auf der anderen Seite wird ihnen dadurch Finanzausgleich gestrichen.»

Vereinspräsident Werner Habermacher, Förster aus Wölflinswil, betonte an der von rund 50 Personen besuchten Vereinsversammlung: «Wir stehen für etwas ein, das man als einziges Argument gegen das Projekt gelten lassen könne, so die Befürworter des Windparks, nämlich die Landschaft.» Und Vorstandsmitglied Kurt Aerni, massgeblich an der Verfassung des Argumentariums gegen den Windpark beteiligt, setzte noch einen drauf: «Der Kanton Solothurn geht übrigens mit den Aargauer Gemeinden in Richtplanangelegenheiten so vor, wie wenn es keine Kantonsgrenzen gäbe. Ein Umstand, den wir so nicht goutiren können.»

Der Verein Pro Burg erwartet vom Kanton Aargau, dass das Gebiet Burg bei der laufenden Richtplananderung nicht als Windkraft-Standort ausgeschieden wird und hat eine entsprechende Eingabe gemacht. «Falls das Gebiet Burg im Richtplan wider Erwarten als Windkraft-Standort ausgeschieden wird, fordern wir von allen zustandigen Behörden, Amtsstellen und Fachspezialisten, dass im weiteren Verfahren die Studien im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) neutral und umfassend erstellt werden. Auch wollen wir, dass die entsprechenden Resultate bei der notwendigen Interessenabwägung zwischen erneuerbaren Energien und Landschaft-, Natur- respektive Umweltschutz verantwortungsbewusst und im Sinne der Nachhaltigkeit beachtet werden.»

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