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Revue de presse suisse


18.05.2016 - Der Bund

In Mühleberg könnten sich dereinst Windräder im Wald drehen

SCHWEIZ - Ein Windpark im Wald: Dies wird in der Gemeinde Mühleberg geprüft. Es könnte ein Pionierprojekt werden – falls es die politischen und rechtlichen Hürden nimmt.

Noch ist Mühleberg vor allem als Standortgemeinde des Atomkraftwerks bekannt, das 2019 abgeschaltet und danach als erstes AKW der Schweiz zurückgebaut wird. Die Gemeinde ist aber auch Produktionsort für erneuerbaren Strom.

Zum beinahe hundertjährigen Wasserkraftwerk sind in den letzten Jahren viele Solaranlagen, meist auf Bauernhöfen, dazu gekommen. Nun wird in Mühleberg ein Windkraftprojekt erwogen, das Pioniercharakter für die Schweiz haben könnte: ein Windpark, der ganz im Wald zu stehen käme.
Es gibt zwar auch andernorts solche Projekte, realisiert wurde bisher aber noch keines. Der Standort wäre die Stockere, der höchste Punkt des Waldstücks zwischen Alter Bernstrasse und der Autobahn, östlich des Weilers Buch bei Mühleberg.

Pionierprojekt im Frühstadium

«Wir sind interessiert, in Mühleberg einen kleinen Windpark mit drei bis maximal vier Turbinen im Wald zu bauen», bestätigt auf Anfrage Andreas Appenzeller, Geschäftsführer der Adev Energiegenossenschaft aus Liestal.

«Der Gemeinderat steht dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüber», sagt der Gemeindepräsident von Mühleberg, René Maire (SVP). Das heisst: Der Gemeinderat will es der Adev ermöglichen, abzuklären, ob ein solcher Windpark wirtschaftlich Sinn ergibt.

Dafür sind zunächst präzise Windmessungen nötig. Das Projekt steckt also noch in einem sehr frühen Stadium. Letztlich müsste auf kommunaler Ebene die Gemeindeversammlung zustimmen.

Die Adev ist eine Veteranin der Energiewende. Sie wurde 1985 gegründet, um in der Praxis aufzuzeigen, dass eine Stromversorgung ohne AKW möglich ist. «Wir sind eine Bürgergenossenschaft und wollen das Projekt gemeinsam mit den Leuten vor Ort angehen», sagt Appenzeller.

Vor allem betreibt die Adev bereits eine Windturbine im Wald – allerdings in Deutschland, nahe der südbadischen Kleinstadt Ettenheim. Windparks im Wald sind in den Nachbarländern nicht selten. In der Schweiz beschäftigt man sich dagegen noch mit den rechtlichen und planerischen Bedingungen.

Naturschutz sorgt sich um Vögel

Genau genommen müsste man von Windkraftwerken über dem Wald sprechen. Denn die Räder der mehr als hundert Meter hohen Turbinen bei Ettenheim drehen sich über den Bäumen. Für den Bau musste gerodet werden, doch inzwischen sind Bäume nachgewachsen.

«Nutzwald wird ja ohnehin periodisch abgeholzt», sagt Appenzeller. Die Waldfläche, die dauerhaft wegfalle, beschränke sich auf die Anlagen und kleine Strassen für den Unterhalt.

«Wir sind dagegen, ganze Windparks im Wald zu bauen», sagt hingegen der Geschäftsführer von Pro Natura Bern, Jan Ryser. Pro Natura unterstütze die Energiewende, betont er.

«Aber wir sind der Anwalt der Natur.» Bei Windkraftwerken im Wald seien «insbesondere für Vögel und Fledermäuse massivere Schäden zu erwarten als auf dem offenen Land». Appenzeller räumt ein, dass es Gebiete gebe, wo Windkraftwerke für Vögel gefährlich sind.

«Dies muss mit der Umweltverträglichkeitsprüfung für jeden Standort abgeklärt werden», sagt er. Manchmal seien Schutzmassnahmen nötig und auch möglich. «Generell fehlen bisher aber Hinweise, dass Windkraftwerke eine grosse Gefahr für Vögel sind.»

Vorteile für die Anwohner

Für Anwohner sind Windparks im Wald eher vorteilhaft. Sie sind oft weniger gut sichtbar und der Wald dämpft die Geräusche der Windturbinen. Vor allem erhöht sich die Zahl der möglichen Standorte, was Flexibilität schafft.
In Mühleberg hat der Gemeinderat Standorte im Waldgebiet unterstützt, damit keine Windparks auf Kulturland entstehen, wie der für das Bauwesen zuständige Gemeinderat Hansjürg Balmer (SVP) erklärt. Balmer trägt als Gemeinderat die grundsätzlich positive Haltung der Behörde mit.

Er verhehlt aber nicht, dass er «als Privatperson» zu jenen in der Gemeinde gehört, die dem Projekt kritisch gegenüberstehen. Der Zufall will es, dass Balmer einer von vielen Waldbesitzern ist, auf deren Parzelle eine Windturbine errichtet werden könnte – was er nicht will.

«Wir sollten zuerst das Potenzial der Sonnenenergie ausschöpfen», sagt Balmer, der als Bauer Solaranlagen auf seinem Hof installiert hat. Der Vorteil für die Stromversorgung ist allerdings, dass Windkraft vor allem in Winterhalbjahr produziert wird – und damit den Solarstrom sehr gut ergänzt.
«Wir müssen uns vom Atomstrom und vom Erdöl lösen», sagt Appenzeller. Dafür brauche es eine breite Palette von Lösungen, Windparks im Wald könnten einen Beitrag leisten. «Es wäre exotisch, wenn wir in der Schweiz nicht einmal prüfen würden, was im übrigen Europa schon lange üblich ist.»

Das Waldgesetz bleibt eine hohe Hürde

Grundsätzlich sind Windparks im Wald möglich. Doch die rechtlichen Hürden sind hoch.

Der Wald ist durch das eidgenössische Forstgesetz geschützt. Ob dennoch Windparks im Wald gebaut werden können, ist eine politische und rechtliche Streitfrage – sowohl auf Bundesebene wie auch im Kanton Bern. Dabei gibt es ungewöhnliche politische Konstellationen. Während sich im Bundesparlament Grüne für Windparks im Wald starkmachten, ist es im Kanton Bern die SVP, die der Energiewende sonst skeptisch gegenübersteht.

Bereits 2010 hatte der Ständerat einen Vorstoss des Genfer Grünen Robert Cramer überwiesen, der Massnahmen zur Erleichterung des Baus von Windkraftwerken im Wald und auf Waldweideflächen forderte. Der Bundesrat antwortete 2012 mit einem Bericht. Das Fazit der Landesregierung: Bereits das bestehende Forstgesetz erlaube «eine Realisierung von zeitgemässen, energieeffizienten und ressourcenschonenden Windenergieanlagen auch im Wald». Allerdings sei dafür eine Rodungsbewilligung nötig.

Im Kanton Bern doppelte die SVP nach. Sie forderte, dass gestützt auf den Bundesratsbericht Windenergieanlagen im Wald als bewilligungsfähig zu gelten haben. Der Grosse Rat überwies 2015 den entsprechenden Vorstoss. In einem anderen Vorstoss hatte die SVP gefordert, dass der Kanton darauf verzichten solle, Kriterien für die Wirtschaftlichkeit von Windkraftwerken festzulegen. Es liege an den Investoren, zu beurteilen, ob ein Windpark rentiere. Auch dies fand im Grossen Rat eine Mehrheit.

Kanton restriktiv, Region offen

Der Regierungsrat schickte daraufhin einen neuen Windrichtplan in die Mitwirkung. Die Frist für Stellungnahmen läuft noch bis Anfang Juni. Der Wunsch des Parlaments nach mehr Offenheit bei der Prüfung von möglichen Standorten wurde darin respektiert. Die Zahl der sogenannten Windprüfräume wurde verdoppelt. Anders als bisher kann nun zum Beispiel auch im Berner Oberland in diversen Zonen geprüft werden, ob Windkraftwerke möglich sind.

Ziemlich restriktiv bleibt der Entwurf für einen neuen kantonalen Windrichtplan hingegen beim Thema Wald. So sollen im Wald nur «einzelne grosse Anlagen oder Erschliessungen» eines Windparks möglich sein – nicht aber ein ganzer Windpark im Wald. Das zuständige Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) begründet dies auf Anfrage mit den Hürden für eine Rodungsbewilligung: «Es ist kaum anzunehmen, dass für einen ganzen Windpark die besonderen Voraussetzungen für Rodungen gegeben sind.»

Die konkreten Standortzonen, die Windenergiegebiete, werden jedoch von den Regionalkonferenzen erarbeitet. Die Regionalkonferenz Bern-Mittellland (RKBM) ist dabei, den regionalen Windrichtplan festzulegen. Dieser muss noch von der Regionalversammlung und dem Kanton genehmigt werden. Laut dem Entwurf wäre ein Windpark im Wald von Mühleberg grundsätzlich möglich, wie Jörg Zumstein, der Präsident der Fachkommission Raumplanung der RKBM auf Anfrage bestätigt.

Im fraglichen Windgebiet R2 (Stockere-Mauss-Rosshäusern) könnten «Windenergie¬anlagen beziehungsweise Anlagenteile und deren Erschliessung im Wald» gebaut werden. Die offenere Formulierung gilt auch für andere Windgebiete im Mittelland. Allerdings: Die Hürde bleibt die Rodungsbewilligung. So muss weiterhin nachgewiesen werden, dass ein Windpark auf einen Standort im Wald angewiesen ist – und nicht auch andernorts gebaut werden könnte.

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